Sonntag, 21. Juli 2019
6. STADTERKUNDUNG HAMBURG
Beim Durch-die-Stadt-gehen , sich hier- und dorthin wendend, verschiedene Wege wählend oder Hindernisse umgehend – kurz: Auswahlen treffend – interagieren Fußgänger mit der Stadt und kreieren individuelle urbane Texte.
De Certeau (https://de.wikipedia.org/wiki/Michel_de_Certeau) setzt daraufhin das Umhergehen mit dem Akt des Sprechens gleich: „Das Gehen bedeutet für das urbane System dasselbe wie der Akt des verbalen Artikulierens für die Sprache“ (Certeau 1984: 97).
Für Certeau ist die "ausführende Funktion" des Gehens

ein Aneignungsprozess des topographischen Systems [ ... ], ein
räumliches Durchspielen des Orts [ ... ], und das schließt
Beziehungen zwischen differenzierten Positionen mit ein (Certeau
1984: 97-98).

Wie der Akt des verbalen Artikulierens von Sprache, weben deshalb die Fußgänger-Sprechakte, wie Certeau sie nennt, die Stadt auf subjektive Art und Weise zusammen, jeder einzelne davon nur eine Möglichkeit unter vielen anderen.
So "bewegt sich jeder Spaziergang durch den Raum wie ein Faden durch den Stoff und näht ihn zu einer fortwährenden Erfahrung zusammen" (Solnit 2002 [ 2001 ]: XV).



























































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